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Beliebt, aber unpraktisch: Welche Bautrends man beim Bau des Traumhauses vermeiden sollte

2025-07-09
Beliebt, aber unpraktisch: Welche Bautrends man beim Bau des Traumhauses vermeiden sollte

Ein Eigenheim ist für viele Menschen ein Lebensziel. Doch steigende Baukosten und ein sich ständig wandelnder Markt werfen die Frage auf, was ein Traumhaus heute wirklich kostet. Ein Experte nennt unpraktische Bautrends und erklärt, wie man sparen kann, ohne an Qualität zu verlieren.

„Oft werde ich gefragt, ob es sich mehr lohnt, selbst zu bauen oder ein fertiges Haus zu kaufen. Wenn man sich mit dem Bau auskennt und Kontrolle über Entscheidungen sowie ein individuelles Zuhause haben möchte, sollte man bauen. Wer jedoch keine Erfahrung hat und sich keine Fachleute leisten kann, die Entscheidungen treffen und Arbeiten überwachen – dem empfehle ich, ein fertiges Haus zu kaufen“, sagt Dr. Darius Kalibatas, Dozent an der Fakultät für Bauwesen an der VILNIUS TECH.

Das Wichtigste – qualitativ hochwertige Arbeit

Laut einer Umfrage vom September 2024 haben fast 20 % der Litauer einen Immobilienkredit, dessen durchschnittliche Höhe bei 116.000 Euro liegt.

Der Experte betont, dass die Baukosten stark variieren, da jedes Haus ein individuelles Projekt darstellt. Für ein durchschnittliches 100 m² großes Haus ohne komplizierten Grundriss oder Grundstück können die Kosten derzeit bei etwa 150.000 Euro liegen. Eine präzise Kalkulation liefern Fachleute oder interaktive Kostenrechner.

Verwendet man minderwertige Materialien, kann das Haus die Garantiezeit nicht überstehen – und die Kosten können sich verdoppeln. Ebenso entscheidend ist qualitativ hochwertige Ausführung und Fachpersonal.

„Die Bauqualität ist entscheidend. Materialien müssen korrekt und nach Vorschrift eingesetzt werden. Ein technischer Bauüberwacher sollte alle Arbeiten regelmäßig kontrollieren – er vertritt den Bauherrn und prüft die technische Ausführung“, sagt D. Kalibatas.

Auch hochwertige Materialien sind Pflicht: „Ein solides Fundament und tragende Konstruktion sind besonders wichtig. Fehler hier später zu beheben ist teuer und kompliziert. Wände kann man streichen, aber tragende Teile nicht einfach austauschen.“

Unpraktische Bautrends

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die nachhaltige und dichte Dämmung – sie sorgt für geringere Heizkosten und Komfort im Winter.

„Der Trend zu großen Fenstern ist derzeit stark, aber nicht besonders praktisch. Sie sehen gut aus, führen jedoch zu mehr Wärmeverlust. Auch Schiebefenster sind ineffizient. Man sollte bedenken, dass es in unserem Klima mehr kalte als warme Tage gibt“, erklärt der Dozent.

Immer beliebter wird ein ganzheitlicher Ansatz, bei dem Dämmung und Design kombiniert werden. Hersteller bieten innovative Systeme wie z. B. das von der litauischen Firma Koderus entwickelte 2-in-1-System: Betonpaneele mit integrierter Isolierung, die ohne Kleber oder Schrauben montiert werden.

„Wir haben intensiv geforscht, was die Lebensdauer von Fassadenmaterialien beeinträchtigt, und ein System entwickelt, das ohne komplizierte Wartung auch nach Jahren zuverlässig funktioniert“, erklärt Edvard Rachevski, Gründer des Unternehmens.

Das Ergebnis: Die Fassade wird doppelt so schnell installiert – Dämmung und Verkleidung in einem Schritt – und spart damit Zeit und Kosten.

Ein Haus hat kein Verfallsdatum

D. Kalibatas nennt drei goldene Regeln:

„Überprüfen Sie täglich die Qualität, nicht nur einmal pro Woche. Achten Sie auf die richtige Materialwahl. Wenn Sie selbst keine Expertise haben, stellen Sie jemanden ein, der diese Verantwortung übernimmt.“

Auch die Auswahl der Bauunternehmer ist entscheidend – selbst die besten Materialien nützen nichts, wenn sie falsch verbaut werden.

„Ein gut gebautes Haus sollte ein Leben lang halten. Die Fassade nutzt sich je nach Lebensstil ab, aber die Konstruktion muss dauerhaft sein. Das erreicht man nur, wenn jeder Bauabschnitt professionell und sorgfältig ausgeführt wird – von der Planung bis zur letzten Putzschicht“, fasst der Experte zusammen.